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Blogbeiträge

Wut. Dieses große Gefühl im kleinen Körper.Warum explodieren Kinder scheinbar aus dem Nichts – und warum trifft uns das als Eltern oft mitten ins Herz?



Genau darüber und über sein neues Buch habe ich, mit dem wunderbaren Christopher End gesprochen. Es ist in der „UPS“-Reihe im Humboldt Verlag erschienen und trägt den Titel „Ups, ich bin wütend!“.


Das Besondere an dieser Reihe: Sie verbindet Kinderbuch und Elternratgeber auf ganz besondere Weise. Während Kinder liebevoll erzählte Geschichten entdecken, in denen sie sich mit den Figuren identifizieren und alltagsnahe Handlungsstrategien kennenlernen, erhalten Eltern wertvolle Impulse. Diese helfen dabei, mit ihrem Kind über Gefühle – in diesem Fall über Wut – ins Gespräch zu kommen und es einfühlsam zu begleiten.


Ich durfte Chris fünf Fragen zu seinem neuen Buch stellen – und hier sind seine Antworten.


Lieber Chris, meine erste Frage zu deinem tollen neuen Buch „Ups, ich bin wütend!“:

Warum ist Wut gerade im Kita- und Vorschulalter ein so starkes und oft überwältigendes Gefühl?

Weil das Gehirn schneller fühlt, als es steuern kann.

Kinder in diesem Alter erleben große Autonomie – aber ihre Regulation ist noch im Aufbau. Wut ist deshalb kein Zeichen von Trotz. Kein „Ich will nicht“, sondern oft ein „Ich kann noch nicht“.


Ein Kind, das wütend „Nein“ sagt, macht eine wichtige Entwicklung durch. Es übt, sich zu behaupten – in Beziehung.

Und wenn es dabei die Erfahrung macht, dass die Beziehung sein Nein aushält, dann entsteht Sicherheit. Dann lernt es: Ich darf meine Meinung sagen – ohne Angst, ohne Verletzung. Beziehungen halten mein Nein aus.




Was möchte dein Buch Eltern vermitteln, wenn ein Kind mitten im Wutausbruch steckt?

Dass dein Kind sich gerade nicht gegen dich richtet.

Es verliert nicht den Respekt – es verliert die Steuerung.

Und in genau diesem Moment braucht es keinen Druck, keine Strafe, sondern Halt.


Mattis erlebt typische Alltagssituationen – was können Familien aus seiner Geschichte konkret mitnehmen?


Drei Dinge.


Erstens: Verständnis für das, was im Kind geschieht. Warum Kinder so häufig so intensiv wütend werden.

Zweitens: Verständnis für sich selbst. Warum Eltern im Alltag so schnell frustriert oder überfordert sind.

Und drittens: Eine Ahnung davon, wie Lösungen aussehen können. Nicht als Theorie, sondern als Gefühl.


Denn Gefühle tragen uns stärker als Erklärungen. Deshalb die Geschichte. Sie zeigt auf einer tieferen Ebene, wie Beziehung gelingen kann.



Wie können Eltern liebevoll Grenzen setzen und gleichzeitig die Wut ihres Kindes ernst nehmen?

Die eigentliche Frage ist: Warum können wir es oft nicht?


Denn theoretisch ist es einfach: Ich sage „Nein“, wenn etwas nicht geht. Mein Kind reagiert vielleicht mit Wut oder Frust. Und ich bleibe ruhig und verständnisvoll. So müsste es sein.


Aber die emotionale Reaktion unseres Kindes macht etwas mit uns. Plötzlich fühlen wir uns hilflos, überfordert oder ungerecht behandelt. Und dann tun wir Dinge, die wir eigentlich nicht wollen: schimpfen, drohen, uns zurückziehen oder überfreundlich reagieren. In solchen Momenten entscheidet sich alles.


Die Gründe für unser Verhalten: Entweder ist unser akutes Stresslevel zu hoch oder eine alte Geschichte in uns wird berührt. Oft ist es beides.


Der Weg daraus beginnt mit Verständnis. Für Gefühle. Für die eigenen Muster.

Manchmal beginnt hier die eigentliche Arbeit – nicht beim Verhalten des Kindes, sondern bei unserer eigenen Regulation.


Genau an diesem Punkt begleite ich Eltern.

„Ups, ich bin wütend“ schafft dafür ein erstes Verständnis. Es bringt Leichtigkeit in schwere Momente. Verstehen als Grundlage.


Und wenn Eltern merken, dass sie tiefer gehen möchten, dann üben wir den nächsten Schritt gemeinsam: Wut nicht nur zu verstehen, sondern sie zu verkörpern – in Einzelsitzungen und in meinem Programm „Wut, mach’s gut“.



Wenn Eltern sich nur eine Sache aus deinem Buch merken könnten – welche wäre das?

Wut muss nicht weg.

Sie will geführt werden.

Und Beziehung ist stärker als Eskalation.



Vielen Dank für das wunderbare Interview, lieber Chris!


Wenn ihr mehr über Christopher erfahren möchtet, schaut gerne auf seiner Website vorbei: www.christopher-end.de.

Außerdem lohnt es sich, in seinen Podcast „Elterngedöns“ hineinzuhören oder ihm auf Social Media unter @coach.end zu folgen. Und lest natürlich auch sein tolles neues Buch.





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